Clostridium difficile

Diagnostik und Therapie der Clostridium difficile-Infektion

Schon seit mehr als zwei Jahren ist allgemein bekannt, dass der Cl. difficile-Toxin-Nachweis mittels Enzymimmunoassay (EIA) keine ausreichende Sensitivität besitzt, um als alleiniger Test als Screening –Verfahren eingesetzt zu werden. Daher haben wir in unserem Labor von jedem Stuhl mit V.a. Cl. difficile-Infektion zusätzlich eine Kultur mit einem Selektiv-Nährboden (48 stündige Bebrütung unter anaeroben Bedingungen) angesetzt. Zeigte sich hier ein Wachstum bei vormals negativem EIA-Ergebnis, wurde der Erreger massenspektrometrisch identifiziert und aus der Kultur erneut ein Toxin-EIA durchgeführt. Diese Diagnostik war mit einem erheblichen Material – und Zeitaufwand verbunden.

Aktuelle in unserem Labor mit verschiedenen PCR-Techniken durchgeführte Untersuchungen zeigen, dass ein neu verfügbarer Cl. difficile-Antigen-Nachweis, der sog. GDH-Test, eine wesentlich höhere Sensitivität als der Toxin-EIA besitzt (99% versus 80%) und sich somit hervorragend als Screening-Methode eignet. Alle GDH-negativen Stühle können als „Cl. difficile negativ“ befundet werden, ohne dass eine zusätzliche Kultur angelegt werden muss.

Da der GDH-Test aber nicht zwischen einer Kolonisation mit einem nicht-toxinogenen Cl.difficile-Stamm und einer Infektion mit einem toxinbildenden Erreger unterscheidet, muss der Toxin-EIA einem positiven GDH-Test angeschlossen werden. Sind beide Testverfahren übereinstimmend positiv, so kann der Fall mit dem Befund „Nachweis eines toxinbildenden Cl.difficile-Stammes“ abgeschlossen werden.

Im Falle eines diskrepanten Ergebnisses der beiden EIA (GDH positiv, Toxin negativ) wird wegen der geringen Sensitivität des Toxin EIA eine PCR angeschlossen, um ein endgültiges Ergebnis zu erhalten.

Ein weiterführendes Flussdiagramm finden sie hier: Clostridium Flussdiagramm

Aktuelle Therapieempfehlungen für Cl. difficile-Infektionen: CDI – Therapieempfehlungen

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