Drogenanalytik

Hintergrund:

Der Drogennachweis im Urin dient der Erfassung von synthetischen Drogen, aber auch missbräuchlich zugeführten, verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.

Der Nachweis von Suchtmitteln im Urin hat Vorteile gegenüber der Untersuchung im Blut. Drogen lassen sich im Urin wesentlich länger nachweisen (je nach Substanz einige Tage gegenüber wenigen Stunden im Blut; Nachweisdauer siehe Rückseite). Zudem enthält Urin weniger Störsubstanzen als Blut.

Urinprobenvorbereitung „Sample-Check“ mittels EMIT

 – ohne Berechnung –

Der Test grenzt den Verdacht ein, vorsätzlich die Ergebnisse eines Drogenscreenings zu verfälschen. In der Drogenszene kommt es häufig vor, dass einer Urinprobe Substanzen zugegeben werden, die ein falsch negatives Resultat erzeugen. Bei den Substanzen handelt es sich meistens um Wasserstoffperoxid, Ammoniak, Toilettenreiniger, Bleichmittel, PURIFIZIT und UR`n Kleen (spezielle Szenemittel). Der Test zeigt nun an, ob verfälschende Substanzen im Urin enthalten sind, die das Ergebnis beeinflussen können. Die Angabe erfolgt in Prozent der 100 % funktionierenden Testreaktion, die standartisiert ist.

Die Sample-Check Resultate erlauben folgende Interpretation:

  • Werte zwischen 85 – 110 % zeigen mit hoher Sicherheit einen unverfälschten Urin an
  • Werte zwischen 80 – 85 % und 110 – 120 % legen den Verdacht nahe, dass manipuliert wurde
  • Werte >120 % und < 80 % weisen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Manipulation hin

Neben der Messung von Kreatinin, pH-Wert und Zucker im Urin sind ab sofort alle Befunde auch mit dem Sample-Check Test beurteilt. Alle diese Parameter sind kostenlos.

EDDP(Methadonmetabolit) mittels EMIT

GOÄ-Ziffer [1,0]: 4182 14 ,57 €
EBM-Ziffer:          32337  9 ,20 €

Statt Methadon wird ab sofort dessen Hauptmetabolit 2-Ethylidin-1,5-dimethyl-3,3-diphenylpyrrolidin gemessen. Personen, die das Methadonprogramm umgehen wollen, mischen häufig geringe Methadonmengen dem Urin bei und veräußern ihre Methadon-Dosis. Da zukünftig der Metabolit die Messgröße ist, sind solche Verfälschungen nicht mehr möglich.

Ein negatives Ergebnis des bisherigen Methadon-Tests spricht nicht zwangsläufig für eine Nichteinhaltung der Methadonsubstitution, da die Methadonausscheidung relativ stark vom Urin-pH-Wert beeinflusst wird, EDDP hingegen nicht.

Einige Substitutionspatienten verstoffwechseln das Methadon sehr schnell (sogenannte “Fast Metabolizer”), so dass sich im Urin nur noch geringe Mengen Methadon, aber hohe Mengen EDDP finden. Der EDDP-Test erkennt auch diese Patientengruppe zuverlässig.

Wichtig ist auch die Bedeutung von Methadon bei Personen außerhalb des Methadonprogramms. Methadon wird häufig als Droge missbraucht, so das eine Indikation zur Bestimmung von EDDP auch bei Personen, die nicht am Methadonprogramm teilnehmen, gegeben ist.  

6-MAM (Heroinmetabolit) mittels EMIT

GOÄ-Ziffer [1,0]: 4182 14 ,57 €
EBM-Ziffer:          32337  9 ,20 €

Heroin (Diacetylmorphin) wird im Körper rasch, mit einer Plasmahalbwertszeit von 3 Minuten, zu 6Monoacetylmorphin (6-MAM) deacetyliert und anschließend zu Morphin hydrolysiert (HWZ ca. 20 min). 6-MAM wird in der unkonjugierten Form im Urin ausgeschieden und ermöglicht ggf. die Differenzierung zwischen Heroingebrauch und Einnahme von Morphin, Codein und anderen opiathaltigen Medikamenten.

Nachweisdauer:

Parameter:                                              

Material:

Nachweisdauer:

 

Amphetamine / Metamphetamine 

Urin:       

1 – 3  Tage (stark vom pH-Wert abhängig )

 

                         

 

 

Blut/Serum:

bis 6 Stunden

 

                         

 

 

Haare : 

mehrere Monate

 

Barbiturate          

 

 

Urin:       

kurz wirksame 24 h (z. B. Secobarbital)

 

                         

 

 

             

lang wirksame 2 – 3 Wochen (z. B. Phenobarbital),

 

                         

 

 

             

Barbital, Hexobarbital und Thiopental praktisch 

 

                         

 

 

             

nicht nachweisbar

 

                         

 

 

Blut/Serum:

Stunden bis Tage

 

                         

 

 

Haare: 

mehrere Monate

 

Benzodiazepine 

 

 

Urin:       

etwa 3 Tage nach therapeutischer Dosis

 

                         

 

 

             

(z. B. Diazepam)

 

                         

 

 

             

bis zu 4 – 6 Wochen nach Langzeiteinnahme

 

                         

 

 

Blut:       

Stunden bis Tage

 

                         

 

 

Haare: 

mehrere Monate

 

tHC (Cannabinoide)

 

 

Urin:       

24 – 36  Stunden (einmaliger Joint )

 

                         

 

 

             

5  Tage (mäßiger Raucher, 4x die Woche )

 

                         

 

 

             

10  Tage (starker Raucher, täglich )

 

                         

 

 

             

bis 90 Tage (chronischer Abusus)

 

                         

 

 

Blut:       

THC 5 – 12  h

 

                         

 

 

             

THC-Carbonsäure Tage bis Wochen

 

                         

 

 

Haare: 

mehrere Monate

 

Kokain / Kokainmetabolit 

 

Urin:       

Kokain 4 – 12  Stunden

 

                                     

 

             

Kokainmetabolit (Benzoylecgonin) 1 – 4 Tage

 

                                     

 

Blut/Serum:

6 Stunden (Kokain ist im Blut äußerst instabil; meist 

 

                                     

 

             

Erfassung des Hydrolyseproduktes Benzoylecgonin)

 

                                     

 

Haare: 

mehrere Monate

 

ethanol (Alkohol)             

 

Blut/Serum:

abhängig von Anfangskonzentration,

 

                                     

 

             

Abbau pro Stunde zwischen 0,1 und 0,2 o/oo

 

Methadon / eddP             

 

Urin:       

3  Tage

 

                                     

 

Blut/Serum:

wegen unterschiedlicher Kinetik Nachweisdauer 

 

                                     

 

             

stark schwankend

 

Opiate (Morphin, Heroin, 

 

Urin:       

2 – 3  Tage; ein positiver immunchemischer Befund

 

Codein, dihydrocodein etc.)

 

             

muß nach 3 – 4 Tagen negativ werden, da sonst die 

 

                                     

 

             

erneute Opiataufnahme sehr wahrscheinlich ist

 

                                     

 

Blut/Serum:

Stunden bis Tage (stark dosisabhängig)

 

                                     

 

Haare: 

mehrere Monate

 

Phencyclidin                    

 

Urin:       

bis 30 Tage bei chronischem Abusus

 

Hinweis :

Die Nachweisbarkeit ist multifaktoriellen Veränderungen unterworfen, daher sind die Angaben über die Nachweisdauer

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