Gendiagnostikgesetz

Am 01.02.2010 ist das neue Gendiagnostikgesetz (GenDG) in Kraft getreten.

Es regelt den Umgang mit genetischen Untersuchungen aus diagnostischer und prädiktiver Indikation. Ziel des Gesetzes ist, das informationelle Selbstbestimmungsrecht des Patienten zu stärken und Benachteiligungen durch genetische Diagnostik zu vermeiden.

Was ändert sich für den behandelnden Arzt in der Patientenbetreuung ?

Vor allen genetischen Untersuchungen z.B.

  • Faktor V – Leiden und Prothrombin-Mutation im Rahmen der Thrombophilie-Diagnostik
  • MTHFR-Genmutation zur Abklärung einer Hyperhomocysteinämie
  • Hämochromatose-Genmutationen zur Diagnostik der Eisenspeicherkrankheit
  • Lactose-Intoleranz-Polymorphismen bei V.a. Milchzucker-Unverträglichkeit
  • HLA B27 – Bestimmungen

aber auch vor der Durchführung einer pränatalen Diagnostik wie z.B. Ersttrimester-Screening oder Triple-Test müssen Sie den Patienten aufklären und diese Aufklärung in der Patientenakte dokumentieren. Die Aufklärung umfasst Zweck, Art, Umfang und Aussagekraft der Untersuchung, bei pränataler Diagnostik auch die Risiken. Das Labor darf die Untersuchung nur nach Vorlage der schriftlichen Einverständnis durchführen und das Ergebnis nur an den Einsender (verantwortlicher Arzt) mitteilen, auch dürfen nur Sie das Ergebnis dem Patienten bzw. der vom Patienten bestimmten Person mitteilen. Der Patient hat ein Widerrufsrecht für die Untersuchung. Bei diagnostischer genetischer Untersuchung soll der Veranlasser eine genetische Beratung anbieten, bei auffälligen Befunden muss er dies. Bei prädiktiver genetischer Diagnostik muss die genetische Beratung vor und nach Vorliegen des Untersuchungsergebnisses erfolgen, falls der Patient nicht schriftlich verzichtet. Die Untersuchungsergebnisse müssen 10 Jahre verwahrt und dann vernichtet werden, falls der Patient nicht anders entschieden hat. Pränatale Untersuchungen dürfen nur zu medizinischen Zwecken erfolgen, also bei schwerwiegenden Erkrankungen oder falls aus dem Ergebnis eine Behandlung resultiert (z.B. bei adrenogenitalem Syndrom). Wir dürfen als Labor eine genetische Analyse nur noch dann durchführen, wenn uns eine vom Patienten unterschriebene Einwilligungserklärung vorliegt. Achten Sie also bitte darauf, dass diese Einwilligungserklärung dem Überweisungsschein beigefügt wird.

Diese Einwilligungserklärungen können bei uns angefordert (Tel.: 0261 3040-519), oder im Downloadbereich runtergeladen werden.

 

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