Gebärmutterhalskrebs-Risiko

Gebärmutterhalskrebs-Risiko durch Papillomaviren (HPV)

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen der Frau. Mit der Einführung der gesetzlichen Vorsorgeuntersuchung, bei der ein Abstrich vom Gebärmutterhals mikroskopisch auf verdächtige Krebsvorstufen (PAP-Test) untersucht wird, sind zwar Neuerkrankungs- und Sterberate deutlich gesunken, dennoch können mit diesem Verfahren die Ziele einer echten Vorsorgeuntersuchung nicht erreicht werden. Die Aussagekraft des PAP-Tests ist aufgrund seiner hohen Unspezifität leider begrenzt. Trotz der Teilnahme am gesetzlichen Vorsorgeprogramm erkranken noch immer zahlreiche Frauen an Gebärmutterhalskrebs.

Seit einigen Jahren ist bekannt, dass ein ursächlicher Zusammenhang zwischen einer Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV, Warzenviren) und der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs besteht. Ein entsprechendes Nachweisverfahren sorgt für mehr Sicherheit bei der Krebsvorsorge und stellt eine sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Krebsvorsorgeuntersuchung bei Frauen dar.

Gebärmutterhalskrebs wird primär durch bestimmte Typen der humanen Papillomaviren ausgelöst, wobei die sog. Hochrisikotypen (HPV, High-Risk-Typen) eine besonders wichtige Rolle spielen. Humane Papillomaviren sind sexuell übertragbar, die Ansteckung mit HPV erfolgt meist im 3. Lebensjahrzehnt (Statistik). In den meisten Fällen (ca. 80%) heilt die Infektion folgenlos aus. Bei diesen Frauen ist das Risiko, in den Folgejahren an einem Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, sehr gering. Bei ca. 20% der Infizierten entsteht aber eine langjährige chronische Infektion.
Diese Gruppe von Frauen hat ein erhöhtes Risiko, nach vielen Jahren Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln.

Risiko-Abklärung durch HPV-Test
Mit Hilfe von Laboruntersuchungen kann eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV-Test) nachgewiesen werden. Der HPV-Test ist keine Krebs-Screening-Methode und kann die konventionelle Zytologie nicht ersetzen. Der HPV-Test stellt aber eine sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Vorsorgeuntersuchung (PAP-Test) dar, weil mit dem zytologischen Abstrich der Vorsorgeuntersuchung die krebserregenden Viren nicht nachgewiesen werden können.

Der HPV-Test gilt heute als unverzichtbar bei unklaren PAP-Befunden. Die Kombination von PAP- und HPV-Test verbessert die Früherkennungsrate auf fast 100%. Der HPV-Test weist Papillomaviren vom High-Risk-Typ nach und differenziert zudem die Typen 16 und 18.
Es handelt sich um ein Nukleinsäure-Amplifikationsverfahren (PCR) unter Verwendung von Zellen des Gebärmutterhalses, die der Gynäkologe mit einem speziellen Abstrichbesteck entnimmt (kein operativer Eingriff, Probengewinnung ähnlich wie beim konventionellen PAP-Test).

Der HPV-Test gibt frühzeitig Sicherheit, ob eine Infektion mit krebserregenden Papillomaviren vorliegt. Auf der Basis der Laborergebnisse ist zu entscheiden, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind. Ein positiver HPV-Test, insbesondere der Nachweis von High-Risk-Typen, ist ein entsprechender Risikoindikator. Der Nachweis von Papillomaviren ist aber nicht gleichbedeutend mit dem Vorliegen von Gebärmutterhalskrebs. Gleichwohl werden weitere Abklärungsmaßnahmen empfohlen.

Diese Information ersetzt nicht das Gespräch mit Ihrem Arzt, der die entsprechenden Laboranalysen für Sie durchführen lassen kann.

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