IGeL-Wegweiser

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Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL-Leistungen)
für gesetzlich krankenversicherte Patienten

Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erhalten prinzipiell alle notwendigen ärztlichen Leistungen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten gemäß 5. Sozialgesetzbuch (SGBV). Darüber hinaus gibt es aber weitere wünschenswerte und nützliche medizinische Leistungen, die nicht zum Leistungsumfang der GKV gehören, die der Patient aber aus persönlichen Gründen von seinem Arzt wünscht. Diese Leistungen dürfen nicht zu Lasten der GKV erbracht werden.
Der Arzt muss diese Leistungen, wenn sie vom Patienten gewünscht werden, als Privatleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) berechnen.

Was sind individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL)?
In Anlehnung an den Wegweiser der Kassenärztlichen Vereinigung Koblenz für gesetzlich krankenversicherte Patienten über die private Inanspruchnahme individueller Gesundheitsleistungen (IGeL-Leistungen) heißt es:

„Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) sind ärztliche Leistungen, die nicht Bestandteil der gesetzlichen Krankenversicherung sind, die aber im Einzelfall sinnvoll oder nützlich sein können und auf Wunsch des Patienten erbracht werden. Bei Inanspruchnahme dieser Wunschleistungen besteht allerdings kein Erstattungsanspruch gegenüber der Krankenkasse (GKV). Die Kosten für diese Behandlungen sind vom Patienten zu begleichen.“

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat diesen Leistungen die Bezeichnung individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) gegeben und sie wie folgt definiert:
IGeL-Leistungen sind Leistungen, die nicht zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung gehören, dennoch von Patientinnen und Patienten nachgefragt werden, ärztlich empfehlenswert oder aufgrund des Patientenwunsches ärztlich vertretbar sind.

Typische Beispiele für individuelle Gesundheitsleistungen

Früherkennungsuntersuchungen z.B.

  • Zusätzliche jährliche Gesundheitsuntersuchung („Intervall-Check“)
  • Bestimmung des Prostata spezifischen Antigens (PSA) und ggf. transrektaler Ultraschall

Ärztliche Serviceleistungen z.B.

  • Ärztliche Untersuchungen und Bescheinigungen außerhalb der kassenärztlichen
  • Pflichten auf Wunsch des Patienten (Bescheinigungen für den Besuch des Kindergartens, der Schule oder Sportverein etc.)
  • Ärztliche Begutachtung zur Beurteilung der Wehrtauglichkeit auf Wunsch des Patienten

Labordiagnostische Wunschleistungen z.B.

  • Blutgruppenbestimmung auf Wunsch
  • Zusatzdiagnostik in der Schwangerschaft
  • erweiterte Gesundheitschecks
  • Spezielle Laboruntersuchungen auf Wunsch

Was ist bei der Inanspruchnahme von IGeL-Leistungen zu beachten?
Wünschen Patienten solche als privatärztlich zu qualifizierende Leistungen, so muß der Arzt die Patienten darüber aufklären, warum die konkrete Leistung in diesem Fall keine vertragsärztliche Leistung ist. Der Arzt muß die Leistung dann privat in Rechnung stellen; die Patienten schließen mit dem Arzt einen Vertrag über diese ergänzenden Leistungen (schriftliche Zustimmung und Pflicht des Patienten zur Übernahme der Kosten).
Die Privatliquidation bezieht sich auf den konkreten Einzelfall und erfordert die schriftliche Einwilligungserklärung des Patienten vor Behandlungsbeginn.
Die ordnungsgemäße Rechnungsstellung erfolgt auf der Basis der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Die Honorarvereinbarung darf nicht von der für die entsprechende Leistung vorgesehenen Punktzahl (Punktwert) abweichen, sondern lediglich der Steigerungssatz kann variieren.

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