Sexuell übertragbare Krankheiten

Sexuell übertragbare Krankheiten gewinnen in den letzten Jahren durch steigende Zahlen von Neuinfektionen zunehmend an Bedeutung.
Einige dieser Erkrankungen sorgen kurze Zeit nach Infektion bereits für spezifische Beschwerden. Bei Anderen treten nach Infektion keine oder nur unspezifische Beschwerden (Fieber, Müdigkeit, Lymphknotenschwellungen) auf. Hier können allerdings mit zeitlicher Verzögerung schwere Allgemeinerkrankungen die Folge sein.

Zu den häufigsten und wichtigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen gehören:

  • erworbene Immunschwäche (AIDS) durch Infektion mit dem Human Immunodeficiency Virus (HIV)
  • Syphilis (Lues), eine Infektion mit dem Bakterium Treponema pallidum
  • Chlamydia trachomatis
  • Gonorrhoe („Tripper“), hervorgerufen durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae
  • HPV, wichtiger Risikofaktor für die Entstehung des Gebärmutterhalskrebs, Genitalwarzen

HIV
Erworbene Immunschwäche (AIDS), hervorgerufen durch Infektion mit dem HIV (Human Immunodeficiency Virus). Nach der Infektion entstehen keine oder nur unspezifische Beschwerden. Der Erreger befällt das Immunsystem und reduziert dessen Funktion im Verlauf der Erkrankung immer stärker. Schwere Infektionen mit möglicherweise tödlichem Ausgang sind die Folge. Inzwischen existieren gute Therapiemöglichkeiten, um die Erkrankung in ihrem Verlauf günstig zu beeinflussen.

  • Laborparameter: HIV-1/ HIV-2 Antikörper
  • Untersuchungsmaterial: Blut

Die Kosten der Untersuchung erfragen Sie bitte bei Ihrem Praxis-Team.
Syphilis (Lues)
Infektion mit dem Bakterium Treponema pallidum. Am Anfang der Erkrankung steht oft ein schmerzloses Geschwür an der Eintrittsstelle des Erregers in den Organismus, das sich wenige Wochen nach Infektion entwickelt. In diesem Stadium kann die Erkrankung durch eine einfache antibiotische Therapie ohne Folgeschäden geheilt werden. Bleibt die Erkrankung unbehandelt entwickelt sich eine chronische Erkrankung, die den gesamten Körper befällt und schwerwiegende Folgen, insbesondere für das Nervensystem, haben kann.

  • Laborparameter: TPHA – Test
  • Untersuchungsmaterial: Blut

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Chlamydia trachomatis
Die häufigste sexuell übertragbare Erkrankung wird durch das Bakterium Chlamydia trachomatis hervorgerufen. Eine Infektion mit Chlamydia trachomatis verursacht in der Regel eine schmerzhafte Entzündung der Harnröhre, in einigen Fällen kann die Entzündung entlang der Geschlechtsorgane aufsteigen. Bei der Frau können Entzündungen des Gebärmutterhalses, der Gebärmutter und der Eileiter die Folge sein. Eine narbige Schrumpfung der Eileiter und eine dadurch bedingte Sterilität ist eine gefürchtete Folge. Beim Mann können im Rahmen einer aufsteigenden Chlamydia trachomatis Infektion alle Geschlechtsorgane betroffen sein (Prostata, Samenbläschen, Nebenhoden, Hoden). Im schlimmsten Fall kann auch hier Sterilität die Folge sein. Eine weitere bei beiden Geschlechtern mögliche Komplikation ist das sog. Reiter Syndrom. Hierbei kommt es einige Tage bis Wochen nach der Infektion durch eine Fehlregulation des Immunsystems zu einer Schädigung von Gelenken, Augen und Harnröhre.

  • Laborparameter: Chlamydia trachomatis
  • Untersuchungsmaterial: Abstrich der Harnröhre, Abstrich Gebärmutterhals, Urin

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Gonorrhoe
Gonorrhoe ist in der Bevölkerung besser als „Tripper“ bekannt und wird durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae hervorgerufen. Beim Mann entsteht nach Infektion
innerhalb weniger Tage eine schmerzhafte Harnröhrenentzündung mit charakteristischem eitrigem Ausfluss. Bei der Frau ist mit einer Verzögerung von ca. 1 bis 2 Wochen eine Entzündung des Gebärmutterhalses die Folge, welche auch zu einem eitrigen Ausfluss führt. Ebenso wie bei Chlamydia trachomatis ist auch bei der Gonorrhoe eine aufsteigende Infektion mit den beschriebenen Konsequenzen möglich.

  • Laborparameter: Neisseria gonorrhoeae
  • Untersuchungsmaterial: Abstrich der Harnröhre, Abstrich Gebärmutterhals, Urin

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HPV (Humane Papillomaviren)
Die Erkrankung bleibt nach Infektion in der Regel symptomlos. Heute weiß man sicher, dass HPV wichtige Risikofaktoren für die Entstehung des Gebärmutterhalskrebs bei der Frau sind. Beim Mann führen sie zur Entstehung von Genitalwarzen und werden auch als ein Risikofaktor in der Entstehung eines Peniskarzinom diskutiert. Inzwischen besteht die Möglichkeit, eine Impfung gegen zwei besonders gefährliche Subtypen von HPV durchzuführen und sich so vor einer Erhöhung des Karzinomrisikos zu schützen. Diese Impfung macht allerdings nur Sinn vor dem ersten Sexualverkehr, oder wenn durch Untersuchung nachgewiesen werden kann, dass noch keine Infektion besteht.

  • Laborparameter: HPV (HPV 16, 18, other high risk HPV)
  • Untersuchungsmaterial: Abstrich Eichel / Penis, Abstrich Gebärmutterhals

Die Kosten der Untersuchung erfragen Sie bitte bei Ihrem Praxis-Team.
Die hier aufgeführten Laboruntersuchungen dienen der Vorsorge, können eventuelle gesundheitliche Risiken ausschließen oder erkennen und erlauben im Falle von bisher nicht erkannten Erkrankungen die Einleitung einer geeigneten Therapie. Bei bestimmten Erkrankungen empfiehlt sich zusätzlich auch eine Untersuchung (und ggf. die Therapie) des Partners.

Diese Information ersetzt nicht das Gespräch mit Ihrem Arzt, der die entsprechenden Laboranalysen für Sie durchführen lassen kann.

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