Thrombose – Risiko/ Thrombophilie

Thrombophilie ist der Zustand von erhöhter, krankhafter Neigung zu venösen oder arteriellen Thrombosen (Blutgerinnsel in Blutgefäßen), welcher sich auf ein individuelles Ungleichgewicht von sog. gerinnungsfördernden und gerinnungshemmenden Faktoren im Blut zurückführen läßt. Die Neigung zur Thrombose ist oft genetisch bedingt. Eine erbliche Belastung ist wahrscheinlich, wenn Thrombosen bei jungen Menschen und gehäuft in der Familie vorkommen. Personen mit angeborenen Gerinnungsstörungen haben ein bis zu 30-fach erhöhtes Risiko für die Entstehung von Thrombosen. Erworbene Thrombophilie-Formen kommen insbesondere durch Behandlung mit bestimmten Medikamenten zur Auslösung oder entstehen z.B. in Folge von chronischen Krankheiten (insbesondere Autoimmunkrankheiten).

Thrombose-Risikofaktoren
Venenthrombosen treten meist etwa ab dem 40. Lebensjahr auf; Frauen haben insgesamt ein höheres Thrombose-Risiko als Männer. Zahlreiche Lebensumstände beeinflussen zusätzlich das Thrombose-Risiko bei jedem Menschen.
Hierzu zählen unter anderem

  • Übergewicht
  • ein Mangel an körperlicher Aktivität (langes Sitzen, lange Flugreisen etc.)
  • Tabakgenuß
  • die Einnahme von Hormonen zur Verhütung (Pille)
  • Schwangerschaft
  • bestehende Krampfadern

Es ist wichtig zu wissen, daß sich die Risikofaktoren wechselseitig verstärken können. Eine besonders hohe Gefahr für die Entstehung von Thrombosen ist immer dann gegeben, wenn zusätzlich eine Störung der Blutgerinnung vorliegt.
Ihr persönliches erhöhtes Thrombose-Risiko kann durch spezielle Laboruntersuchungen aufgeklärt werden.

Laboruntersuchungen zur Abklärung von Gerinnungsstörungen
Ob bei Ihnen ein erhöhtes Thrombose-Risiko aufgrund einer zusätzlichen Störung der Blutgerinnung vorliegt, kann mit Laboruntersuchungen abgeklärt werden. Zu den wichtigsten Störungen der Blutgerinnung im Sinne eines „zuviel an Gerinnung“ zählt ein Mangel an natürlichen Gerinnungs-Inhibitoren (Protein C, Protein S, Antithrombin III). Darüber hinaus sind bei den angeborenen Störungen der Blutgerinnung auch genetische Mutationen (zur Zeit bekannt Faktor V-Gen, Faktor II-Gen) hervorzuheben.

Für die labordiagnostische Abklärung wird folgende Vorgehensweise vorgeschlagen

a) Gerinnungsphysiologische Untersuchungen (funktionelle Diagnostik)
Bestimmung der Aktivitäten von Protein C, Protein S, Antithrombin III und APC-Resistenz

(APC-Resistenz als Screening-Untersuchung vor einer ggf. zu empfehlenden molekularbiologischen Diagnostik auf Mutation im Faktor V-Gen)

b) Molekulargenetische Untersuchungen auf Gen-Mutationen
Analyse von Punktmutationen im Faktor V-Gen (Faktor-V-Leiden) bzw. im Faktor II-Gen (Prothrombin 20210A).
Die Suche nach genetischen Störungen ist besonders sinnvoll bei gehäuften Thrombosen in der näheren Verwandtschaft.

Auf der Basis von gefundenen Störungen im Blutgerinnungssystem kann bei künftigen, möglichen Risikosituationen und in Absprache mit Ihrem Arzt angemessen gehandelt werden, um eine ernsthaft verlaufende Erkrankung zu verhindern.

Diese Information ersetzt nicht das Gespräch mit Ihrem Arzt, der die entsprechenden Laboranalysen für Sie durchführen lassen kann.

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