Wechseljahre der Frau

Wechseljahre der Frau
Hormonelle Umstellung in den Wechseljahren

Der Lebensabschnitt der Frau zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr, auch Wechseljahre genannt, ist mit Hormonumstellungen verbunden, die sehr häufig mit seelischen und körperlichen Veränderungen einhergehen. Diese Beschwerden bezeichnet Ihr Arzt auch als klimakterisches Syndrom.
Ursache für den Eintritt der Wechseljahre und damit für die Entstehung der klimakterischen Beschwerden ist das Absinken des Östrogenspiegels unter ein bestimmtes vegetatives Erhaltungsniveau. Es handelt sich also um das Nachlassen der hormonellen Ovarialfunktion, also eine abnehmende Hormonproduktion der Eierstöcke. Dieser Vorgang erstreckt sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Schliesslich findet keine nennenswerte Hormonproduktion mehr statt.

Der Zeitraum der Wechseljahre und danach wird in folgende Abschnitte eingeteilt:

  • Prämenopause

Die Produktion der Östrogene wird im Vergleich zu den früheren Jahren geringer. Auch das Gelbkörperhormon (Progesteron), das typische Hormon der reifenden Follikel in der zweiten Zyklushälfte, wird nur noch unzureichend hergestellt. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Perioden ohne Eisprung zu. Diese Erscheinung bezeichnet Ihr Arzt als „anovulatorische Zyklen“. In der frühen Prämenopause sind die stimulierenden Hormone der Eierstöcke, die sog. Gonadotropine FSH und LH, meist noch nicht charakteristisch erhöht. Mit zunehmender Erschöpfung der Eierstöcke steigen dann aber die Gonadotropine an. Dies erkennt man vornehmlich an der Höhe des FSH-Spiegels. Nach dem Anstieg von FSH dauert es meist noch einige Jahre, bis die Menopause beginnt.

  • Menopause

Etwa 3 bis 5 Jahre nach der Prämenopause setzt die Menopause ein, das ist der Zeitpunkt der letzten Regelblutung. Neben einem erhöhten FSH-Wert im Blut ist auch ein LH-Anstieg messbar. Hinweis: ein normaler LH-Spiegel bei einer erhöhten FSH-Konzentration zeigt eine noch erhaltene ovarielle Restfunktion an.

  • Postmenopause

Das ist die Zeit nach den Wechseljahren und nach dem Einsetzen der Menopause. Die Funktion der Eierstöcke kommt zum Erliegen, die messbare Konzentration der weiblichen Geschlechtshormone erreicht ihren Tiefpunkt. Gleichzeitig kommt es zu einer ausgeprägten gonadotropen Stimulation der Eierstöcke mit einem starken Ansteigen von FSH und LH im Blut. Typischerweise ist der Anstieg von FSH ausgeprägter als für LH.

  • Beschwerden in den Wechseljahren

Aufgrund der nachlassenden Hormonproduktion stehen naturgemäss Störungen der Regelblutungen im Vordergrund. Darüber hinaus klagen Patientinnen u.a. auch über Hitzewallungen, Schweissausbrüche, Schwindel, Kopfschmerzen und psychosomatische Beschwerden (Müdigkeit, Verstimmung, Schlaflosigkeit, Leistungsabfall etc.). Im Verlauf der Wechseljahre können auch organische Veränderungen (z.B. vermehrter Fettansatz, Haarausfall, Rückbildungen an den Geschlechtsorganen) beobachtet werden.

Zusammenfassend kommen folgende Blutuntersuchungen in Frage:
Der Funktionsausfall der Eierstöcke lässt sich mit der Bestimmung von FSH, LH, Östradiol und Progesteron im Blut nachweisen und einschätzen.
FSH und LH
Diese beiden Gonadotropine steuern die Follikelreifung und steigen mit zunehmender ovarieller Erschöpfung an. FSH-Konzentrationen über 20 U/l sind zumindest für eine beginnende ovarielle Erschöpfung beweisend. Ein normaler LH-Spiegel bei schon erhöhtem FSH gilt als indikativ für eine noch erhaltene ovarielle Restfunktion. Im Verlauf der Wechseljahre zeigt FSH die höchsten Anstiege (bis zum 30-fachen Anstieg der Mittelwerte eines normalen Zyklus), während der LH-Anstieg geringer ausfällt.
Östradiol
Die Bestimmung gibt Aufschluss über die Funktion der Eierstöcke und damit auch über den zeitlichen Stand im Rahmen der Wechseljahre.
Progesteron
Das sogenannte Gelbkörperhormon ist der wichtigste Indikator der Follikelreifung in der zweiten Zyklushälfte. Die Bestimmung dieses Hormons ist folglich nur dann sinnvoll, wenn noch Regelblutungen bestehen und die Einschätzung einer lutealen Follikelreifung gewünscht wird.

Letztlich geht die Schutzfunktion der Östrogene in den Wechseljahren und besonders in der Postmenopause verloren. Das Risiko für Osteoporose, Arteriosklerose und andere organische Veränderungen steigt an. Die Behandlung von vielen Symptomen des klimakterischen Syndroms ist möglich. Hierfür gibt es therapeutische Konzepte und Medikamente, die der Vorbeugung und Behandlung dienen.

Auf der Basis Ihrer Laborwerte ist u. a. zu entscheiden, ob zur Abklärung der klimakterischen Beschwerden weitere Maßnahmen notwendig sind und ob ggf. eine medikamentöse Therapie zu ergreifen ist.

Die Kosten der hier aufgeführten Blutuntersuchung erfragen Sie bitte bei Ihrem Praxis-Team.
Diese Information ersetzt nicht das Gespräch mit Ihrem Arzt, der die entsprechenden Laboranalysen für Sie durchführen lassen kann.

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