Blutkultur

Blutkultur einschließlich Transportbehälter

1. BACTEC™ PLUS+ Aerobic/F
2. BACTEC™ Lytic/10 Anaerobic/F
3. BACTEC™ PEDS PLUS/ F – für Kinder anstelle 1. und 2.
4. BACTEC™ Mycosis IC/F – für Pilze zusätzlich
5. BACTEC™ MYCO/F – Lytic – für Mycobakterien zusätzlich
Vor Gebrauch einer jeden Blutkulturflasche ist diese auf Anzeichen einer Kontamination wie z. B. Trübung oder Wölbung bzw. Einbeulung des Septums zu untersuchen. Verdächtige oder beschädigte Flaschen dürfen nicht verwendet werden.
Eine Blutkultur ist ein bestimmtes Volumen Blut, welches unter aseptischen Kautelen mit Hilfe einer Venenpunktion für die mikrobiologische Untersuchung gewonnen und in entsprechende Nährmedien verimpft wird. Üblicherweise werden mit dem Blut eine aerobe und eine anaerobe Blutkulturflasche (BACTEC™ PLUS+ Aerobic/F und BACTEC™ Lytic/10 Anaerobic/F) beimpft (für die Pädiatrie BACTEC™ PEDS PLUS/ F), in speziellen Fällen steht auch eine gesonderte Blutkulturflasche für Pilze (BACTEC™ Mycosis IC/F) und Mycobakterien (BACTEC™ MYCO/F – Lytic) zur Verfügung.

Die Blutkulturen sollten im Fieberanstieg oder möglichst früh nach Auftreten von Fieber und/ oder Schüttelfrost oder bei Auftreten anderer klinischer Symptome, die auf eine Sepsis hindeuten, entnommen werden. Da der Erregernachweis häufig durch eine antibiotische Therapie erschwert wird, sollte die Blutentnahme unbedingt vor Behandlungsbeginn erfolgen.
Bei antibiotisch vorbehandelten Patienten sollte die Blutkultur möglichst am Ende eines Dosierungsintervalls oder – wenn es die klinische Situation zulässt – eine gewisse Zeit nach Therapie-ende bzw. nach einer kalkulierten Unterbrechung einer offenbar unzureichenden Antibiotikatherapie (z. B. bei einer mikrobiologisch noch nicht gesicherten Endokarditis lenta) entnommen werden.
Als Entnahmeort ist die Vena cubitalis in der Ellenbeuge zu bevorzugen, wohingegen die Punktion der Vena femoralis wegen erhöhter Kontaminationsgefahr zu vermeiden ist. Bei Neugeborenen können die Blutkulturen mittels eines geschlossenen Systems aus Kopfschwartenvenen, Handrücken- oder Ellenbeugenvene entnommen werden. Die Zuverlässigkeit der mikrobiologischen Resultate von Blutkulturen, die über einen intravasalen Katheter entnommen werden, wird kontrovers diskutiert. Meist muss hier jedoch mit einer erheblich höheren Kontaminationsrate gerechnet werden. Somit kommt ein intravaskulärer Katheter oder ein Portsystem nur ausnahmsweise als Entnahmeort in Frage, z. B. wenn eine quantitative Blutkultur-Diagnostik zum Nachweis einer katheter-assoziierten Infektion erfolgen soll.
Die Wahrscheinlichkeit, dass eine positive Blutkultur eine tatsächliche Bakteriämie nachweist, ist abhängig von einer korrekten Entnahmetechnik und der Art des nachgewiesenen Erregers. Eine immer größere Zahl relevanter Infektionen vor allem bei Patienten mit intravaskulären Kathetern und anderen Fremdmaterialien wird durch Erreger verursacht, die normalerweise als Hautkommensalen oder Kontaminanten gelten (koagulase-negative Staphylokokken, Corynebakterien, Acinetobacter). Mikrobielle Kontaminationen erschweren die Beurteilung der Befunde und können zu fehlerhafter Therapie und somit zu zusätzlichen Behandlungskosten führen.
Daher ist eine sorgfältige Hautdesinfektion entscheidend, um die Rate kontaminierter Blutkulturenniedrig zu halten. Die Punktionsstelle wird auf einer ausreichend großen Fläche (5x5cm) mit 70%igem Propanol oder 70%igem Äthanol desinfiziert (steriler Tupfer oder Spray). Nach einer dringend erforderlichen Einwirkzeit von einer Minute sollte eine zweite Desinfektion wieder mit 70%igem Propanol oder mit 70%igem Äthanol mittels eines sterilen Tupfers durchgeführt werden.
Vor der Beimpfung muss nach Entfernen der Schutzkappen der Blutkulturflaschen der darunter gelegene Gummistopfen ebenfalls mit Alkohol desinfiziert werden.
Zur Blutentnahme sollten großlumige Kanülen verwendet werden. In der Regel werden für jede Blutkultur 16 – 20 ml Blut aspiriert und jeweils ca. 8 – 10 ml in die aerobe und in die anaerobe Blutkulturflasche verimpft und durch mäßiges Schütteln gut vermischt. Vor der Beimpfung der Blutkulturflaschen sollte die Kanüle die zur Venenpunktion verwendet wurde ausgewechselt werden, da sich dadurch die Kontaminationsrate deutlich senken lässt.
Bei Kindern ist das Ausmaß der Bakteriämie oft erheblich größer als bei Erwachsenen, so dass ein geringeres Blutkulturvolumen (1 – 3 ml) ausreicht; dieser Tatsache wird mit speziellen Blutkulturflaschen für die Pädiatrie (BACTEC™ PEDS PLUS/F) Rechnung getragen.
Nach dem Beimpfen sollen die Blutkulturflaschen nicht in den Brutschrank gestellt, sondern bei Raumtemperatur gelagert werden.
Die Entnahme einer einzigen Blutkultur reicht für den sicheren Ausschluss bzw. Nachweis einer Bakteriämie bzw. Fungämie nicht aus. Die Entnahme von mehr als drei Blutkulturen führt zu keiner weiteren Steigerung der Ausbeute und verursacht unnötige Kosten.
Der Untersuchungsauftrag sollte neben den üblichen Angaben wie Patientendaten (Name, Vorname, Geburtsdatum, Geschlecht) auch folgende Informationen enthalten:

  • Datum und Uhrzeit der Blutkulturabnahme
  • Angaben über den Ort der Entnahme
  • Angaben über antibiotische Vorbehandlung und über eine eventuell vorhandene prädisponierende Grunderkrankung des Patienten enthalten.

Hinweise auf eine Verdachtsdiagnose sind wichtig, da bei speziellen Fragestellungen
(z. B. Brucellose) die Bebrütungsdauer auf 2 bis 4 Wochen verlängert wird.

Auch die Blutkulturflasche muss mit Patientenname, Datum und Uhrzeit der Blutkulturentnahme beschriftet werden, damit eine eindeutige Zuordnung zum Patienten möglich ist.
Der Transport von Blutkulturflaschen sollte möglichst zügig und gegen Abkühlung geschützt erfolgen.


Nur in besonderen Fällen (voraussichtlicher Abtransport der Flaschen ins Labor erst nach mehr als 48 Stunden möglich) sollen die Blutkulturflaschen im Brutschrank bei 36 °C [+/- 1 °C] aufbewahrt werden. Die Art und Weise sowie die Zeitdauer der Vorbebrütung muss dem Labor auf dem Anforderungsschein mitgeteilt werden.
Hinweis:
Die Kulturflasche ist mit einem Barcode versehen. Wir bitten Sie darauf zu achten, dass dieser Barcode nicht mit Etiketten überklebt wird, da er wichtige Informationen enthält.

Anforderung und Diagnostik
Allgemeine Bakteriologie (inkl. Resistenz)
Automatisierte fluorimetrische Messung auf Keimwachstum über 5 Tage.
Bei positivem Messsignal erfolgt eine Anzüchtung und Differenzierung der Keime.
Bei Verdacht auf Sepsis mit atypischen Mykobakterien im Rahmen einer Immundefizienz muss eine gesonderte Blutkulturflasche (BACTEC™ MYCO/F – Lytic) beimpft werden.
„Probenvorbereitung kompakt“ als PDF-Datei im Download-Bereich

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