Sputum

Sputum für die mikrobiologische Fragestellung

Transportgefäß:

  • 30 ml Sputum-Gefäß einschließlich Umhülle

Sputum bleibt weiterhin das häufigste Untersuchungsmaterial zur mikrobiologischen Diagnostik von Infektionen der Lunge und der tieferen Atemwege.
Es enthält jedoch praktisch ausnahmslos Speichelbeimengungen und damit auch Bakterien der normalen Mund-Rachen-Flora einschließlich ihrer fakultativ pathogenen Arten. Zur Erzielung verwertbarer Befunde sind daher an Gewinnung und Verarbeitung besonders hohe Anforderungen zu stellen.
Dem Patienten muss die richtige Gewinnung von Sputum erklärt werden, wobei besonders auf den Unterschied zwischen Speichel und Sputum hingewiesen werden sollte. Vorteilhaft ist, wenn die Sputumgewinnung unter unmittelbarer Anleitung und Aufsicht durch geschultes Personal erfolgt.
Kann spontan kein Sputum aus der Tiefe produziert werden, lässt sich durch Inhalation von 25 ml steriler, hyperosmolarer Kochsalzlösung (3%ig) mittels Ultraschallvernebler die Sekretion in den Atemwegen anregen und auf diese Weise induziertes Sputum gewinnen.
Sehr gut geeignet ist auch das nach dem Aufwachen abgehustete Sputum.
Bei einigen Erkrankungen (Tuberkulose, Legionellen- oder Pilzpneumonie) ist die Untersuchung von an mehreren Tagen entnommenen Sputumproben erforderlich, wobei für die Tuberkulosediagnostik eine möglichst große Menge an Material durch 2 bis 3-maliges Abhusten aus der Tiefe gewonnen werden muss. 24-Stunden–Sammelsputum ist jedoch obsolet.
Bei Pneumonie und anderen Infektionen der Lunge kann bei der Entnahme von Tracheal- und Bronchialsekreten mit einer höheren Keimausbeute und einer besseren diagnostischen Spezifität gerechnet werden.
Manche Erreger von Infektionen der Atmungsorgane wie Pneumokokken oder Hämophilus-Arten sterben außerhalb des menschlichen Körpers relativ rasch ab, während sich andere Mikroorganismen, z. B. Enterobacteriaceae oder Sprosspilze bei verlängerter Transportdauer in der Probe sogar vermehren und den eigentlichen Erreger eventuell überwuchern können. Um daraus resultierende, qualitative und quantitative Veränderungen der bakteriellen Zusammensetzung zu vermeiden, sollte das Untersuchungsmaterial möglichst innerhalb von zwei bis drei Stunden verarbeitet werden.
Sekrete des Respirationstraktes, die nicht innerhalb dieser Frist bearbeitet werden können, sind sofort nach der Entnahme auf 4 °C zu kühlen und ohne Unterbrechung der Kühlkette im Isolierbehälter zu transportieren. Die Transportdauer sollte 24 Stunden auf keinen Fall überschreiten.

Anforderung und Diagnostik
Allgemeine Bakteriologie (inkl. Resistenz)

Sputum/ Bronchialsekrekt/ Trachealsekret:

  •  Gram-Präparat
  •  Direktkultur auf gram-positive und gram-negative aerobe Keime (bei Intensiv-Patienten Kultur nach Anreicherung in Hirn-Herz-Bouillon)
  •  im Sputum bei stationären Patienten Sprosspilze

Spezialuntersuchungen auf Fadenpilze, Legionellen, Pneumocystis jirovecii und Aktinomyceten bitte gesondert anfordern

Bronchoalveoläre Lavage (BAL):

  • Gram-Präparat
  • Direktkultur auf aerobe und anaerobe Keime sowie Kultur nach Anreicherung in Hirn-Herz-Bouillon, Legionellen
  • Sabouraud-Agar für Spross- und Fadenpilze

Spezialuntersuchung (PCR) auf Pneumocystis jirovecii bitte gesondert anfordern
„Probenvorbereitung kompakt“ als PDF-Datei im Download-Bereich

 

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